Dr. med. Anna Bednorz - Augenarzt Norderstedt

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Formen, Symptome und Therapie

AMD verstehen

Die Makuladegeneration ist eine weit verbreitete, unheilbare – aber meist aufhaltbare – Netzhauterkrankung, die vor allem die Makula betrifft – das Zentrum der Netzhaut, das für das zentrale Gesichtsfeld und das scharfe Sehen zuständig ist. 

Bei einer Makuladegeneration verändert sich der Stoffwechsel bestimmter Zellschichten der Netzhaut, was dazu führt, dass die Sehzellen beeinträchtigt werden und die Sehleistung langsam nachlässt. Das führt zu unscharfem oder verzerrtem Sehen bis hin zum Verlust des zentralen Sehens. 

Mit dem Alter steigt das Risiko, an AMD zu erkranken, weshalb die häufigste Form der Makuladegeneration als „altersabhängig“ bezeichnet wird. Alleine in Deutschland sind rund sieben Millionen Menschen von der AMD betroffen. Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) die häufigste Ursache für Erblindung in den Industrieländern

Formen der AMD

Es werden zwei Verlaufsformen der altersabhängigen Makuladegeneration unterschieden:

Trockene AMD

Diese langsamere Verlaufsform betrifft etwa 85 Prozent der Patient*innen. Es entstehen Ablagerungen und Pigmentveränderungen am Augenhintergrund, die sich jedoch meist nur wenig auf das Sehvermögen auswirken.

Diese Form schreitet sehr langsam voran, kann sich jedoch bei etwa 15 Prozent der Betroffenen später in die feuchte Form umwandeln und dann einen schwereren Verlauf nehmen.

Feuchte AMD

Von dieser schnell voranschreitenden Verlaufsform sind rund 15 Prozent der Patient*innen betroffen; ihr geht stets eine trockene AMD voraus.

Hierbei wachsen im Bereich der Makula krankhaft veränderte Blutgefäße ein, aus denen Blut und Flüssigkeit austreten und in das umliegende Netzhautgewebe eindringen. Das kann zu plötzlichen, starken Schädigungen des Sehvermögens führen. Jedoch ist in manchen Fällen für lange Zeit nur ein Auge betroffen.

Symptome

Bei dieser Erkrankung wird die Makula, also der Bereich der Netzhaut für das zentrale, scharfe Sehen, angegriffen. Dies geschieht schmerzlos und über eine gewisse Zeit auch symptomfrei. Betroffene bemerken eine Makuladegeneration oft erst in einem späteren Stadium anhand einer zunehmenden Beeinträchtigung der Sehleistung. Typische Symptome sind: 

  • Konturen erscheinen unscharf
  • Buchstaben „tanzen“ oder verschwimmen
  • gerade Linien werden wellig oder verzerrt wahrgenommen
  • das Zentrum des Gesichtsfelds erscheint leer oder als dunkler Fleck
  • Kontraste und Farben werden schwächer wahrgenommen
  • erhöhte Blendungsempfindlichkeit

In fortgeschrittenem Stadium kommt es zunehmend zu blinden Flecken im zentralen Gesichtsfeld und es können beispielsweise Gesichter nicht mehr erkannt werden. Schließlich kann eine vollständige Erblindung im zentralen Sehen eintreten. Das periphere, unscharfe Sehen bleibt erhalten, so dass es nie ganz "schwarz" im Auge wird. 

Netzhaut-Vorsorge

Da eine Makuladegeneration schmerzfrei und schleichend auftritt, nehmen Betroffene erst in einem späteren Stadium ihre Symptome wahr, wenn bereits irreparable Netzhautschäden entstanden sind. Eine rechtzeitige Vorsorge ermöglicht die Erkennung einer Makuladegeneration in sehr frühen Stadien, so dass diese frühzeitig therapiert und aufgehalten werden können. Das Ziel frühzeitiger, gezielter Therapien ist es, so viel Sehvermögen wie möglich für einen möglichst langen Zeitraum zu erhalten. Hier erfahren Sie mehr: 

Netzhaut-Vorsorge

Therapie

Eine altersabhängige Makuladegeneration ist nicht heilbar, kann aber medikamentös behandelt werden, um das Sehvermögen Betroffener so lange und so gut wie möglich zu erhalten. Für die Wahl der Therapie ist zunächst entscheidend, welche Verlaufsform der AMD vorliegt.

Therapie trockener AMD

Für die häufiger auftretende trockene AMD gibt es aktuell noch keine wissenschaftlich anerkannte Therapie, deren nachhaltiger Erfolg belegt ist. Bei manchen Patient*innen kann das Fortschreiten der AMD durch die Einnahme hochdosierter Vitamine und Mineralstoffe verzögert werden. Zu den empfohlenen Nährstoffen zählen Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A / Betacarotin, Vitamin E, Zink, Kupfer, Lutein & Zeaxanthin.

Therapie feuchter AMD

Bei der feuchten AMD ist eine IVOM-Therapie (intravitreale operative Medikamentengabe) das Mittel der Wahl, um das Sehvermögen der Betroffenen so lange und so gut wie möglich zu erhalten. Hierbei werden Medikamente in den Glaskörper gespritzt, die den Botenstoff blockieren, der für das abnormale Einwachsen von Gefäßen in die Netzhaut verantwortlich ist. Dadurch entstandene Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhaut bilden sich dadurch teilweise auch zurück. Mehr Informationen erhalten Sie hier: 

IVOM Therapie