Die operative Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) besteht darin, dass die eingetrübte natürliche Augenlinse mit einer künstlichen Linse (Intraokularlinse) ersetzt wird.
Als weltweit häufigster durchgeführter Eingriff überhaupt wird diese Operation allein in Deutschland jährlich bis zu 800.000 Mal vorgenommen. Zudem wurde das seit 40 Jahren existierende, minimal-invasive Operationsverfahren stetig verfeinert, sodass es einer der routiniertesten und sichersten Eingriffe überhaupt ist.
- Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt, nur in Ausnahmefällen findet er stationär statt.
- Die OP des Grauen Stars ist minimalinvasiv, schmerzfrei und innerhalb von ca. 8 Minuten abgeschlossen.
- Es wird pro OP immer nur ein Auge operiert, auch wenn an beiden Augen Grauer Star diagnostiziert wurde. Wir beginnen mit dem stärker von der Linsentrübung betroffenen Auge.
- Dr. med. Anna Bednorz ist spezialisierte Katarakt-Chirurgin und führte als High-Volume-Operateurin schon viele tausend Grauer-Star-OPs durch.
Ablauf der Grauer-Star-Operation
1. Vor der Operation: Betäubung
Mit Augentropfen wird das Auge zunächst lokal betäubt. Auf Wunsch erhalten Sie eine zusätzliche Schlafbetäubung (Sedierung). Diese versetzt Sie in einen Dämmerschlaf und in einen Zustand tiefer Entspannung. Sie können dabei noch reagieren und selbstständig atmen, empfinden aber gleichzeitig weniger Angst und Schmerzen.
2. Feiner Schnitt: Operationszugang schaffen
Als minimal-invasives Verfahren ist bei dieser Operation ein nur 2 – 3 mm langer Hornhautschnitt erforderlich. Dieser wird mit einem feinen Skalpell gesetzt und ist für Sie aufgrund der Lokalanästhesie in der Regel nicht spürbar.
3. Phakoemulsifikation: Entfernung der natürlichen Linse
Nun wird die vordere Linsenkapsel kreisrund eröffnet (Kapsulorhexis). Eine Hohlnadel wird in die Vorderkammer eingeführt und mit gepulsten Ultraschallwellen und sehr feinem Operationsbesteck wird der verhärtete Linsenkern zerkleinert. Zusammen mit der weicheren Linsenrinde wird alles durch die Hohlnadel abgesaugt. Der Kapselsack bleibt hierbei erhalten – in den Kapselsack wird die Kunstlinse eingesetzt.
4. Millimeterarbeit: Implantation der Kunstlinse
Jetzt kann die künstliche Linse ins Auge eingesetzt werden. Da diese größer ist als der Operationszugang, wird sie zusammengerollt mit einem Injektor ins Auge eingeführt und erst im Auge entfaltet und ausgerichtet. Dank ihrer elastischen Bügel fixiert sich die Intraokularlinse nach ihrer Ausrichtung im Kapselsack.
Falls bei Ihnen eine torische Linse eingesetzt wird, muss eine der Hornhautverkrümmung exakt entsprechende axiale Ausrichtung erfolgen. Hierzu wird der optimale Winkel vorab am Auge angezeichnet und die Linse danach ausgerichtet.
5. Abschluss der Operation: kein Nähen erforderlich
Dank der minimalinvasiven Methode muss der kleine Einschnitt im Auge nicht genäht werden und heilt selbstständig aus. Sie erhalten einen Salbenverband, um das operierte Auge vor äußeren Einwirkungen zu schützen. Nach der OP erhalten Sie eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken, während die Entlassungspapiere ausgestellt werden. Sind Sie dann kreislaufstabil, dürfen Sie direkt nach Hause.
Nach der Operation
Schon am Tag nach der Operation wird der Verband bei uns in der Praxis abgenommen. Sie können dann schon sehen, Ihr Auge braucht aber trotzdem noch etwas Zeit, um sich an die neue Linse zu gewöhnen. Dies kann dazu führen, dass der Seheindruck zunächst noch ungewöhnlich und z. B. unscharf wirkt. Nach durchschnittlich 2-4 Tagen stellt sich ein normales Sehgefühl ein. In der Regel können Sie dann schon ganz gut sehen. Lesen ist bis zur Anpassung einer neuen Lesebrille unter Umständen noch nicht optimal. Eine neue Brille können Sie nach etwa 4-6 Wochen anpassen lassen.
Nach der OP ist ein Gefühl eines leichten Kratzens oder eines Fremdkörpers im Auge normal und verschwindet innerhalb weniger Tage.
Mit dem Salbenverband erhalten Sie von uns eine Schutzkappe. Diese tragen Sie auch nach Abnahme des Salbenverbandes noch eine Woche lang nachts, um ein unkontrolliertes Reiben während des Schlafes zu verhindern.
Wichtige Hinweise
Was Sie selbst bei der Vorbereitung und Nachsorge rund um die Grauer-Star-Operation beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst:
Operationskosten
Die Kosten für die standardisierte Operation des Grauen Stars (unter Verwendung einer Standardlinse) werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Sollten Sie den Einsatz einer Premiumlinse mit verbesserten optischen Eigenschaften wünschen, sind eigene Zuzahlungen in unterschiedlicher Höhe nötig. Hierzu beraten wir Sie im Vorwege und nennen Ihnen dann auch die genauen Kosten.
Es gibt mittlerweile auch ein Laser-Verfahren zur Katarakt-Operation, welches wir in unserer Praxis aktuell nicht anbieten.